Auswirkung und Überwachung

Aktualisiert : Mittwoch 12 September 2012
 

Radiologische Auswirkungen des Cigéo-Tiefenlagers

Während des Anlagenbetriebs

Vom Cigéo-Tiefenlager werden während des Betriebs nur sehr geringe Emissionen ausgehen, da die entgegengenommenen Abfallbehälter keine Flüssigkeiten und nur geringe Mengen gasförmiger Radionuklide beinhalten werden. So gut wie alle Emissionen aus dem Tiefenlager werden von entweichenden radioaktiven Gasen (Kohlenstoff 14, Tritium, Krypton 85...) aus gewissen Behältern mit MAW-Abfällen stammen. Diese Gase werden kanalisiert und streng kontrolliert, bevor sie freigesetzt und in der Luft verdünnt werden. Diese Emissionen und deren Grenzwerte sind Gegenstand einer Genehmigung der französischen Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit und werden während des gesamten Betriebs streng überwacht. Eine erste Bewertung auf der Grundlage pessimistischer Hypothesen weist darauf hin, dass die Auswirkungen dieser Emissionen sich in der Nähe der Anlage in der Größenordnung von 0,01 Millisievert pro Jahr (mSv/Jahr) bewegen und somit weit unter den Normen der Vorschriften (1 mSv/Jahr) und den Auswirkungen natürlicher Radioaktivität (in Frankreich durchschnittlich 2,4 mSv/Jahr) liegen werden. Die flüssigen, möglicherweise radioaktiv kontaminierten Abwässer werden in einem getrennten Kanalisationssystem aufgefangen und auf ihren radioaktiven Gehalt hin analysiert. Bei Feststellung einer Kontamination werden sie auf geeignete Art und Weise aufbereitet.

Nach Schließung des Endlagers

Die langfristigen Auswirkungen des Endlagers werden sowohl für den normalen Betrieb, wie auch in Notsituationen beurteilt, um sicherzugehen, dass sie so gering wie möglich ausfallen. Aus den Studien geht hervor, dass das Endlager frühestens in 100.000 Jahren zu Auswirkungen führen wird, die bei normaler Entwicklung in der Größenordnung 0,01 Millisievert liegen sollten. Auch in Notsituationen (Eindringen von Menschen, Fehler einer Lagerkomponente ...) werden laut Aussage dieser Studie die Auswirkungen des Endlagers unter 0,25 Millisievert liegen. Diese Bewertung stützt sich auf eine Erforschung der Phänomene, die in dem Endlager auftreten, ganz gleich, ob es sich um Wärmeentwicklung, chemische, mechanische, hydraulische, radiologische oder biologische Erscheinungsbilder handelt.

Bei diesen Forschungsarbeiten können auch die wichtigsten unsicheren Punkte ermittelt und verschiedene Szenarien für eine pessimistische Beurteilung der Auswirkungen gewisser denkbarer Situationen bewertet werden. Dieser methodische Ansatz befolgt einen klaren Rahmen, der von den internationalen Bezugssystemen für Sicherheit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), der Agentur für Atomenergie der OECD und auf nationaler Ebene der französischen Aufsichtsbehörde für nukleare Sicherheit (ASN) festgelegt ist. In dem von der ASN erstellten Leitfaden Sicherheit wird die für die Bewertung der Sicherheit nach Schließung anzuwendende Methode festgelegt. Vorgesehen ist ein iterativer Bewertungsansatz in allen Phasen der fortschreitenden Lagerung bis zur Schließung des Endlagers.

Exemples de doses d’exposition à la radioactivité : Le code de la santé publique limite les expositions reçues par la population du fait des activités nucléaires à 1 mSv par personne et par an (R.1333-8). Pour les travailleurs exposés, l’exposition ne doit pas dépasser 20 mSv sur douze mois consécutifs (article R.4451-12 du code du travail).Beispiele für die Dosierung radioaktiver Strahlenexposition: Im Gesetz über die Volksgesundheit wird die Strahlenexposition der Bevölkerung aus Kernkraftaktivitäten auf 1 mSv pro Person und Jahr festgelegt (R.1333-8). Bei Arbeitern, die dieser Strahlung ausgesetzt sind, darf diese Exposition in zwölf aufeinanderfolgenden Monaten 20 mSv nicht überschreiten (Arbeitsschutzgesetz, Artikel R4451-12).

Überwachung des Endlagers und seines Umfeldes

Die Andra sieht für die Dauer des Betriebs und nach der Schließung eine Reihe von Mechanismen zur Kontrolle, Beobachtung und Überwachung des Endlagers und seines Umfeldes vor.

Kontrolle der Behälter vor Einlagerung

Vor der Einlagerung werden die Behälter am Standort der Produzenten vor Auslieferung und anschließend im Endlager einer Reihe von Kontrollen unterzogen :

  • Kontrollen im Verantwortungsbereich der Produzenten im Rahmen des Verfahrens, bei dem die Abfälle anfallen und des Antrags an die Andra zur Einlagerung der Abfälle im Cigéo-Tiefenlager ;
  • Kontrollen im Verantwortungsbereich der Andra, bei denen geprüft wird, dass die Behälter den Angaben der Produzenten und dem Sicherheitsbezugssystem des Tiefenlagers entsprechen ;
  • Kontrollen auf zweiter Ebene durch Sondierungen, die ebenfalls in Verantwortung der Andra im Rahmen der Überwachung der Qualitätsgewährleistung der Behälter durchgeführt werdens.

 Überwachung des Endlagers

Mit der Einrichtung des Cigéo-Tiefenlagers wird ein Überwachungsprogramm für die Anlage eingerichtet, das während der gesamten Betriebszeit alle sicherheitsrelevanten Parameter des Endlagers (Geschwindigkeit der Maschinen, Wasserstoffkonzentration, Leistung der hochwirksamen Filter, Luft des Belüftungssystems...) kontrolliert. Zusätzlich zur Überwachung im engeren Sinne werden Parameter überwacht, die mittel- und langfristig die Entwicklung des Endlagers beeinflussen: Temperatur der Umgebungsluft, Erweiterung der Anlage (Zusammentreffen der Stollen), Haltbarkeit des Betons, Korrosion des Stahls...

In gesonderten Räumen erfolgt eine Einzelüberwachung von Kontrollbehältern, die einen einfachen Zugriff auf jeden Kontrollbehälter und dessen regelmäßige Begutachtung zulässt. Im ersten Bauabschnitt des Cigéo-Tiefenlagers werden repräsentative Kontrollbauwerke der verschiedenen Lagerbestandteile (Einkapselung, Kammern...) erstellt, die nur der Beobachtung und Überwachung dienen. Diese Kontrollbauwerke werden mit einer Vielzahl Instrumente versehen, um das Verhalten und die Entwicklung im Laufe der Zeit in allen Einzelheiten verfolgen zu können. Das bedeutet, dass zehntausende Sensoren in das Cigéo-Tiefenlager eingebaut werden. Die vorgesehenen Untersuchungsmethoden verwenden bereits vorhandene Sensoren, die bereits in der Atomindustrie und in der Bautechnik zur Anwendung kommen und zu denen umfangreiche Erfahrungswerte vorliegen (seit mehreren Jahrzehnten Einsatz in Kernkraftwerken, Staudämmen...) wie auch innovative Mittel, die derzeit im Rahmen von R&D-Programmen entwickelt werden.

Die SMA-Kammern werden im Laufe der Betriebszeit des Cigéo-Tiefenlagers eingerichtet. Die ersten Kammern werden zwecks detaillierter Beobachtung mit vielen Instrumenten ausgestattet. Darüber hinaus schlägt die Andra vor, eine der Kontrollkammern einige Jahre nach Einlagerung von Abfallbehältern zu schließen, um anschließend die Beobachtungen in einer geschlossenen Konfiguration fortzusetzten. So könnte der Beschluss, SMA-Kammern zu schließen, für die aus diesen Beobachtungen zu ziehenden Schlussfolgerungen nützlich sein.

Überwachung der Umwelt

immersion de dechets radioactifs2011 im Departement Meuse bei Houdelainecourt eingerichtete Luftüberwachungsstation mit 120 m hohem Mast mit meteorologischen Sensoren und an Analysenmessgeräte am Boden angeschlossene Luftprobenahmegeräte.

2007 hat die Andra eine ständige Umweltbeobachtungsstation (Observatoire pérenne de l'environnement - OPE) eingerichtet. Ihre Aufgabe ist, den Ausgangszustand der Umwelt am Standort des künftigen Endlagers über 10 Jahre zu erheben und die Entwicklung anschließend während der Einrichtung des Cigéo-Tiefenlagers und des anschließenden Betriebs zu überwachen. Somit kann insbesondere die sehr geringe Auswirkung des Tiefenlagers auf die Umwelt überprüft werden. Das von der Umweltbeobachtungsstation überwachte Gelände erstreckt sich auf 900 km² um den Bereich, in dem das geologische Tiefenlager Cigéo eingerichtet werden könnte. Innerhalb dieses Gebietes werden detailliertere Studien in einem etwa 240 km² großen Bezugsbereich durchgeführt.

Das eingerichtete Untersuchungssystem basiert auf mehreren Hundert Beobachtungspunkten sowie Daten von Satelliten- und Luftbildern, Versuchsparzellen und Dauerüberwachungsstationen (im Wald, in landwirtschaftlichen Bereichen, Luftüberwachungsstation und Gewässerüberwachungsstationen). Jährlich erfolgt eine Überwachung der Flora und Fauna an etwa 2.000 Punkten, der landwirtschaftlichen Erzeugung an etwa 100 Punkten, eine Überwachung der physikalisch-chemischen und biologischen Bodengüte, mehr als eine Tonne Proben werden entnommen und analysiert und mehr als 85.000 Daten werden gemäß Protokollen nach bester geltender Praxis gesammelt.

Um die Nachvollziehbarkeit und den dauerhaften Bestand der von der OPE gesammelten Daten zu gewährleisten, richtet die Andra eine Ökothek ein, die 2013 in Betrieb genommen wird. Hier können Proben aus der lokalen landwirtschaftlichen Nahrungsmittelkette (Milch, Käse, Mais, Gemüse, Obst...), aus den Waldökosystemen (Blätter, Pilze, Holz, Wild...) und aus der aquatischen Umwelt (Wasser, Fische...) aufbewahrt werden. Die Ökothek wird mindestens 100 Jahre lang betrieben, um die Veränderung der Umwelt während des Betriebs des geologischen Tiefenlagers Cigéo verfolgen zu können. In nationalen und internationalen Partnerschaften werden in diesem Rahmen wissenschaftliche Untersuchungen unter Anwendung eines Beobachtungssystems mit Gütesiegel durchgeführt.

Gesundheitliche Überwachung

Die Bevölkerung vor Ort hat mehrfach den Wunsch einer gesundheitlichen Überwachung im Gebiet des Endlagers geäußert. Zwischenzeitlich wurde eine Sachverständigengruppe eingesetzt, die die technischen Voraussetzungen für diese Überwachung festlegen soll. Die Andra hat sich zwecks Präzisierung der Führung und Organisation einer derartigen Einrichtung an ihre Aufsicht führenden Ministerien gewandt.